Aktueller Pollenflug 2012
Wir alle kennen Pollen Allergiker. Mit tränenden Augen und triefender Nase kämpfen sie Wochen lang - je nach Saison - gegen die mikroskopisch kleinen Plagegeister: Blütenpollen. Für alle Betroffenen hier der aktuelle Auszug aus dem Pollenflugkalender:
im Februar
- Haselnuss
- Erle
Im März
- Erlen-, Haselnuss- und Pappel Pollen in voller Blüte
- Weiden-, Esche-, Birke- und Ulmen Pollen in der Vorblüte
Allergien im Einzelnen
Lesen Sie hier mehr über die Sonnenallergie
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Letzte Meldungen sprachen davon, das Ambrosia, das Unkraut aus Amerika, in Deutschland unter Kontrolle sei. Bereits 10 Pollen genügen, um Allergiker mit verstopfter Nase und tränenden Augen zu ärgern. Zum Vergleich: Bei der Birke sind 30 Pollen nötig. Nun jedoch kommt eine neue Meldung von Prof. Karl-Christian Bergmann (67), Leiter des Polleninformationsdiensts der Berliner Charité: Ambrosia hat eine gefährliche Unterart ausgebildet und diese ist Mehrjährig. Ihre Ausrottung ist demnach nicht so einfach. Als Ursache sehen Experten Baustellensand aus dem Ausland. 2009 starb an Ambrosiapollen fast ein Asthmatiker aus Brandenburg.
Wer eine Weizenallergie hat, sollte dringend auf Sport in den nächsten 4 Stunden nach dem Essen verzichten. Dazu rät Dr. Richard Brans von der Klinik für Allergologie und Dermatologie der Universität Aachen. Es gab Fälle von Nesselsucht, juckenden Schwellungen und Kreislaufstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit nach dem Verzehr von Pizza und Döhner in Kombination mit Sport. Da bereits leichte Anstrengungen derartige Folgen nach sich ziehen können, sollte bei bekannter Allergie ganz auf das Allergen verzichtet werden, um kein Risiko einzugehen.
Viele werdene Mütter sind besorgt, ob starke Asthma-Medikamente dem Ungebohrenen schaden könnten. Entwarnung gibt hier Dr. Arne Menzdorf vom Allergie-Netzwerk: "Studien zeigen, dass die meisten Asthmamedikamente sicher in der Schwangerschaft eingesetzt werden können". Die Schädigung für das Kind durch einen Asthmaanfall sei sogar viel höher, als durch die Medikamente. Er rät dringend davon ab, Medikamente in Eigenregie abzusetzen. Diese Entscheidung muss immer der Arzt treffen. Auch eine vor der Schwangerschaft begonnende Hyposensibilisierung sollte weitergeführt werden, wenn sie bisher problemlos verlief. Ist das Asthma bedingt durch Hausstaub, dann sollten werdene Mütter spezielle Allergikerbettwäsche (Encasings) kaufen. Die Kosten übernimmt anteilig die Krankenkasse.
Viele Allergiker geben an, das in Momenten der Angst oder Anspannung die allergischen Symptome schlimmer werden. Das trifft vor allem auf Asthma und Neurodermitis zu. Viele Krankenkassen bieten inzwischen Patientenschulungen für Eltern an, deren Kinder zum Beispiel an Neurodermitis leiden. Ebenfalls wirksam sind autogenes Training, Muskelentspannungen und Psychotherapie. Patienten, die beispielsweise lernten, sich gedanklich an allergiefreie Orte wie dem Meer oder dem Gebirge zu versetzen, hatten nachweislich weniger Allergie Beschwerden. Also, blieben Sie entspannt!
Der Deutsche Allergie- und Asthma-Bund (DAAB) kam bei einer wissenschaftlichen Studie zu dem Ergebnis: Textile Bodenbeläge reduzieren den Feinstaub in der Raumluft. Ein glatter Boden, wie bei Laminat oder Linolium, verursacht eine Belastung von 62,9 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wo hingegen bei Teppichboden nur 30,4 Mikrogramm messbar waren. Die Belastung ist bei Innenräumen mit Glattboden "durchschnittlich doppelt so hoch wie in Räumen mit Teppichboden" sagt Dr. Andreas Winkens von der Gesellschaft für Umwelt- und Innenraumanalytik (GUI). Der Grenzwert liegt eigentlich bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.
Bei einer Umfrage unter 1.419 Personen des Marktforschungs-Unternehmens United Research gaben 29 % der Befragten an, unter Heuschnupfen zu leiden. Davon gaben 22 % an, das sie die meisten Auswirkungen der Allergie in der Freizeit spüren. Nur 12 % fühlen sich auch am Arbeitsplatz beeinträchtigt. 91 % holen sich gegen die Allergie Medikamente in der Apotheke und 61 % spüren dadurch eine starke Linderung der Beschwerden. Die Allergien haben auch Auswirkungen auf das Verhalten der Menschen. 42 % halten Fenster und Türen von Wohnung und Auto in der Allergiezeit möglichst geschlossen und knapp 30 % machen ihren Urlaub gezielt am Meer.
Mehrere unabhängige Studien kommen alle zu dem selben Ergebnis: Je höher die Feinstaubbelastung um so mehr Kinder leiden unter Asthma, Neurodermitis und Heuschnupfen. Das Robert-Koch-Institut besipielsweise untersuchte 17.641 KInder und Jugendliche in 167 Orten von Deutschland. Das Institut für Epidemiologie des Helmholtz-Zentrums München untersuchte 3.000 Kinder. Und auch internationale Studien bestätiges es: Schon in 300 bis 500 Metern von Hauptstraßen erreicht die Luftbelastung gesundheitsschädliche Ausmaße. Wohnen Kinder nur 50 Meter von einer Hauptstraße entfernt, ist das Risiko sogar um 50 % erhöht. Hauptverursacher von Feinstaub sind Dieselfahrzeuge. Grenzwerte werden in Deutschland regelmäßig überschritten und Pläne für Umweltzonen sind heftig umstritten.
Wüstenstaaten wie Dubai oder Abu Dhabi galten bisher als Paradies für Allergiker. Aufgrund der kargen Vegetation hatten Heuschnupfenallergiker Ruhe vor lästeigen Pollen. Inzwischen ist das nicht mehr so. Die Begrünung der Wüstenmetropolen zieht als Nebenwirkung mit sich, das nun auch hier Blütenpollen anzutreffen sind. Demnach sind in der Pollensaison nur noch Hochgebirge und Orte in Meeresnähe ideale Aufenthaltsorte für Pollenallergiker.
Wissenschaftler der Fakultät für Medizin der McGill-Universität Montreal untersuchten 5 Fälle von Ekzemen bei Kindern an Po und Oberschenkel aus den USA und Indien. Alle Kinder waren teilweise über Jahre falsch behandelt worden. Verdacht auf Pilze und Nickelallergie wurden geäußert und natürlich erfolglos behandelt. Schlußendlich stellte sich heraus, das die Kinder allergisch gegen den Toilettensitz sind. In den 80er und 90er Jahren wurden Toilettenbrillen aus Plaste populär. Zuvor hatte es viele Allergien gegen lackierte Holzsitze gegeben. Nun kommt die Toilettensitzdermatitis scheinbar zurück. Ursache sind Klobrillen aus exotischen Hölzern, die mit hautreizenden Lacken oder Farben versehen sind sowie die Verwendung scharfer Reinigungsmittel. Bei Ekzemen an den entsprechenden Stellen, sollte immer auch an eine Kontaktallergie gegen die Klobrille als Ursache gedacht werden.
Der Bundesverband der Pneumologen sowie die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin weisen darauf hin, das Pollenallergiker auch auf Nahrungsmittel aufpassen müssen. Oft sind Früchte, Nüsse und Getreide den Blütenpollen sehr ähnlich. Das Immunsystem kann dann nicht richtig unterscheiden und reagiert. Das nennt man Kreuzallergie. Wer also mit Birken-, Hasel- und Erlenpollen zu kämpfen hat, erlebt auch seine liebe Not mit Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Kirschen, Pflaumen und Mandeln. Prof. Harald Morr von der Deutschen Lungenstiftung (DLS) weiß: "Einige der in den frischen Obst- und Gemüsesorten enthaltenen Allergene sind hitzelabil und werden durch das Kochen so verändert, dass sie keine Allergie mehr auslösen können." Außerdem haben Apfelsorten, wie Cox Orange, Goldparmäne, Boskop oder Grafensteinerein geringeres Allergie Risiko, wie zum Beispiel Golden Delicious und Granny Smith.
In Österreich kam es vergangende Woche zu 2 Komplikationen mit dem Schmerzmittel Novalgin. Eine 80-jährige Frau starb an einer allergischen Reaktion. Ein anderer Patient erlitt einen Anfall mit Atemnot. In mehreren europäischen Staaten ist das Mittel bereits verboten. Nun diskutiert man auch in den österreichischen Landeskliniken, Novalgin von der Liste zu nehmen.
Was erst einmal ungewöhnlich klingt, gibt es tatsächlich. Eine Allergie gegen das eigene Auto. Hintergrund sind Kontaktallergien gegen Weichmacher in den Kunststoffen des Amaturenbretts, im Lenkrad, dem Schalthebel und in der Verkleidung. Diese Gifte verstärken sich noch bei Sonneneinstrahlung. Auch eine hochwertige Lederausstattung schützt nicht, wenn sie zum Beispiel chromgegerbt wurde. Auch manch textiler Sitzbezug enthält ungünstige Farbstoffe. Immer sind Hautausschläge an Händen, Rücken und Oberschenkeln die Folge. Gefährlich sind auch die Klebstoffe, Latex- und Kunststoffanteile in Fußmatten. Asthmatiker bekommen hier schnell Luftnot und Nieseanfälle. Hilfe gibt es kaum. Handschuh und Sitzüberwürfe lindern nur kurze Zeit die Beschwerden. In Deutschland vergibt der TÜV Rheinland das Siegel: "Allergie getesteter Innenraum". Daran kann man sich orientieren. Jedoch hat sich bisher nur die Automarke Ford an der Prüfung beteiligt. In den USA gibt das "Ecology Center" regelmäßig eine Liste heraus. Am gesündestens sind demnach aktuell der Toyota Prius, Volvo C70 und Nissan Cube. Am gesundheitsschädlichsten hingegen die Innenräume des Chevrolet Aveo, Hyundai Tucson und VW Jetta.
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